Hilfe & Anlaufstellen
Wann ein ruhigerer Alltag allein nicht reicht und wer dann hilft, dazu Anlaufstellen für Verträge, Ausmisten, Entsorgen, Reparieren, alte Geräte und Betrugsversuche.
ZUFIQ schreibt über Gewohnheiten, Ordnung und einen ruhigeren Alltag. Vieles davon kannst du allein ausprobieren. Manchmal steckt hinter Unruhe, Erschöpfung oder Chaos aber mehr, als eine neue Routine lösen kann. Und manchmal brauchst du einfach eine Stelle, die eine praktische Frage beantwortet: Wohin mit dem alten Handy? Wer hilft, wenn ein Abo nicht zu kündigen ist? Diese Seite zeigt dir in zwei Teilen, wer in Deutschland dafür zuständig ist. Sie ersetzt keine Beratung, sondern zeigt dir den Weg dorthin.
Im Notfall
- Notruf 112: bei akuter Lebensgefahr, etwa wenn jemand bewusstlos ist, schwere Atemnot oder Brustschmerzen hat, oder wenn du dich selbst oder andere in Gefahr siehst.
- Ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117: wenn du außerhalb der Sprechzeiten dringend ärztliche Hilfe brauchst, es aber kein lebensbedrohlicher Notfall ist. Unter dieser Nummer hilft auch der Terminservice der Kassenärztlichen Vereinigungen bei der Suche nach Arztterminen.
Teil 1: Wenn es um mehr geht als Ordnung
Wenn die Seele schwer wird
Wenn du über längere Zeit niedergeschlagen bist, an nichts mehr Freude hast, kaum noch schläfst oder Gedanken hast, nicht mehr leben zu wollen, ist das kein Fall für Ordnungstipps. Sprich bitte mit jemandem darüber.
- TelefonSeelsorge: kostenfrei, anonym und rund um die Uhr unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123. Auf telefonseelsorge.de gibt es außerdem Beratung per Chat und E-Mail.
- Hausarztpraxis: Deine Hausärztin oder dein Hausarzt ist eine gute erste Anlaufstelle, auch für seelische Beschwerden. Sie können körperliche Ursachen abklären und dich weiterverweisen.
- Psychotherapeutische Sprechstunde: Gesetzlich Versicherte können ohne Überweisung eine psychotherapeutische Sprechstunde besuchen. Bei der Terminsuche hilft der Terminservice unter 116 117.
Wenn Schlaf und Kraft nicht zurückkommen
Eine gute Abendroutine und ein realistischer Tagesplan können viel bewirken. Wenn du aber über mehrere Wochen schlecht ein- oder durchschläfst, tagsüber ständig müde bist, laut schnarchst oder jemand bei dir Atemaussetzer bemerkt hat, lass das in deiner Hausarztpraxis abklären. Das gilt auch, wenn du dich trotz ausreichend Schlaf dauerhaft erschöpft fühlst. Hinter solchen Beschwerden können behandelbare Ursachen stecken. Bei Bedarf wirst du an eine Fachpraxis oder ein Schlaflabor überwiesen.
Wenn Geld und Papiere über den Kopf wachsen
Ungeöffnete Briefe, Mahnungen und Rechnungen machen vielen Menschen Angst, und genau deshalb bleiben sie liegen. Wenn Schulden dein Leben bestimmen, hilft eine Schuldnerberatung. Seriöse Beratung, häufig kostenlos, bieten zum Beispiel Verbraucherzentralen, Wohlfahrtsverbände und kommunale Beratungsstellen an. Sei vorsichtig bei Angeboten, die schnelle Entschuldung gegen Vorkasse versprechen. Ein erster Schritt, den du heute schon tun kannst: alle Briefe an einem Ort sammeln, auch die ungeöffneten, und sie zum Beratungstermin mitnehmen. Schreiben vom Gericht und Briefe mit förmlicher Zustellung, meist im gelben Umschlag, solltest du aber sofort öffnen, weil darin oft Fristen laufen.
Wenn Dinge nicht mehr loszulassen sind
Ausmisten fällt fast allen schwer. Wenn die Wohnung aber so voll ist, dass Räume nicht mehr nutzbar sind, und der Gedanke ans Wegwerfen starke Angst auslöst, kann eine ernsthafte Belastung dahinterstecken. Dann helfen nicht noch mehr Kisten, sondern Gespräche: mit der Hausarztpraxis, einer psychotherapeutischen Praxis oder einer sozialpsychiatrischen Beratungsstelle in deiner Stadt. Auch Angehörige können sich dort beraten lassen.
Wenn Bildschirm oder Konsum die Kontrolle übernehmen
Wenn du merkst, dass du trotz guter Vorsätze nicht vom Handy, von Spielen, vom Online-Shopping oder von Glücksspiel lassen kannst und darunter leidest, wende dich an eine Suchtberatungsstelle. Die Beratung ist in der Regel kostenlos und vertraulich, auch für Angehörige.
Für Kinder und Jugendliche
Die Nummer gegen Kummer ist unter 116 111 für Kinder und Jugendliche da, anonym und kostenlos.
Teil 2: Praktische Anlaufstellen für den Alltag
Verträge, Abos und Kündigungen
- Verbraucherzentrale: In jedem Bundesland gibt es eine Verbraucherzentrale. Sie berät zu Verträgen, Abos, Kündigungen und unerwünschten Rechnungen, teils kostenlos, teils gegen ein Entgelt. Was die Beratung bei dir kostet, steht auf der Website deiner Verbraucherzentrale.
- Online kündigen: Wenn du einen Vertrag über eine Website abschließen konntest, muss der Anbieter dir in vielen Fällen auch eine einfache Kündigung über eine Schaltfläche auf seiner Website ermöglichen. Speichere die Kündigungsbestätigung in deinem Ordner für Verträge.
- Unerklärliche Abbuchungen: Sprich zügig mit deiner Bank. Lastschriften lassen sich innerhalb bestimmter Fristen zurückgeben, und je früher du handelst, desto besser.
- Drittanbietersperre: Wenn über deine Handyrechnung Beträge für Dienste abgerechnet werden, die du nie bewusst bestellt hast, kannst du bei deinem Mobilfunkanbieter eine Drittanbietersperre einrichten lassen.
Ausmisten: Wohin mit den Dingen?
- Weitergeben: Freundeskreis, Nachbarschaft, Verschenkbörsen, eine Kiste „zu verschenken“ vor der Tür, sofern Hausordnung und die Regeln deiner Stadt das erlauben, oder ein öffentlicher Bücherschrank für gut erhaltene Bücher.
- Spenden: Sozialkaufhäuser, Kleiderkammern und Hilfsorganisationen freuen sich oft über saubere, intakte Dinge. Frag vorher nach, was gerade gebraucht wird, damit deine Spende nicht dort zum Entsorgungsproblem wird.
- Verkaufen: Flohmarkt, Second-Hand-Laden oder Kleinanzeigen. Wenn du sehr viel und regelmäßig verkaufst, informiere dich, ob das noch als privater Verkauf gilt.
- Entsorgen: Für Sperrmüll, Wertstoffe und Problemabfälle ist dein kommunaler Entsorger zuständig. Auf seiner Website oder in seiner App stehen die Öffnungszeiten des Wertstoffhofs und die Regeln für deinen Ort.
- Elektrogeräte, Batterien, Akkus, LED- und Energiesparlampen gehören nicht in den Hausmüll. Du kannst sie am Wertstoffhof abgeben, und viele Händler nehmen sie zurück. Medikamente gehören nicht in Toilette oder Spüle. Wie du sie bei dir richtig entsorgst, sagen dir die Apotheke oder dein Entsorger.
- Papiere mit persönlichen Daten wie Kontoauszüge oder alte Verträge solltest du nicht ungeschreddert ins Altpapier geben. Für kleine Mengen genügt ein Aktenvernichter, für große Mengen gibt es Dienstleister für Aktenvernichtung.
Alte Handys und Computer weitergeben
Bevor ein Gerät dein Zuhause verlässt, sichere deine Fotos und Dateien, melde dich aus allen Konten ab, schalte Funktionen zur Geräteortung aus, entferne SIM- und Speicherkarte und setze das Gerät auf die Werkseinstellungen zurück. Bei älteren Computern mit Festplatte reicht einfaches Löschen nicht immer aus. Ein defekter Datenträger, den du nicht mehr löschen kannst, sollte vernichtet werden, bevor das Gerät entsorgt wird. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) informiert Verbraucherinnen und Verbraucher verständlich über solche Fragen.
Reparieren statt neu kaufen
- Repair-Cafés: In vielen Städten treffen sich Ehrenamtliche, die gemeinsam mit dir Kleidung, Lampen, Spielzeug oder kleine Geräte reparieren. Termine findest du meist über deine Stadt, die Bibliothek oder Nachbarschaftszentren.
- Fachwerkstatt: Bei Gasgeräten und bei Geräten mit aufgeblähtem oder beschädigtem Akku gilt: nicht selbst öffnen, sondern eine Fachwerkstatt fragen. Das Gleiche gilt für Elektrogeräte, wenn du dir nicht sicher bist, was du tust.
- Gewährleistung zuerst: Ist etwas Neues kaputtgegangen, hast du gegenüber dem Händler gesetzliche Gewährleistungsrechte. Kläre das, bevor du selbst etwas öffnest. Welche Rechte im Einzelfall gelten, erklärt dir die Verbraucherzentrale.
Betrug per E-Mail, SMS und Telefon
Gefälschte Nachrichten von angeblichen Banken, Paketdiensten oder Behörden setzen auf Eile. Klicke keine Links in solchen Nachrichten an und gib keine Zugangsdaten ein. Ruf im Zweifel bei der Stelle an, unter einer Nummer, die du selbst herausgesucht hast. Wenn du Daten eingegeben oder Geld verloren hast: Informiere sofort deine Bank und lass Karten oder Zugänge sperren. Die zentrale Sperrnummer 116 116 gilt für viele, aber nicht alle Karten. Die Nummer deiner Bank steht auf ihrer Website. Erstatte außerdem Anzeige bei der Polizei, in vielen Bundesländern auch online.
Unterlagen, Fristen und Steuern
Wie lange du welche Unterlagen aufbewahren solltest, hängt von der Art des Dokuments und deiner Lebenslage ab. Bei Steuerfragen helfen eine Steuerberatung oder, für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, ein Lohnsteuerhilfeverein gegen einen Mitgliedsbeitrag. Bei Fragen zu Bescheiden ist die Behörde zuständig, die ihn verschickt hat. Ihre Kontaktdaten stehen auf dem Schreiben.
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